Folgen von Unachtsamkeit
Einige unangenehme Folgen von Unachtsamkeit: Unselbstbestimmtheit bzw. Fremdbestimmtheit, also das Gegenteil von Selbstbestimmtheit und Achtsamkeit: Bestimmtheit von Konditionierungen, Instinkten, Trieben und automatischen Reaktionen.
Die Liste der unangenehmen Folgen von Unachtsamkeit könnten wir noch bis Morgen früh fortsetzen. Aber wir wollen uns ja darauf konzentrieren, was wir wollen und nicht darauf was wir nicht wollen. Kritisieren kann jeder, konstruktiv achtsam sein ist da schon nicht mehr ganz so einfach.
Was ist Achtsamkeit?
Achtsamkeit hat viel damit zu tun, den gegenwärtigen Moment anzunehmen und kann durchaus auch das Ziel haben, den Moment und damit das Leben an sich genießen zu können. Allerdings besteht das Leben in vielen Momenten nicht nur aus Genuss und Freude und um mit diesen wie auch immer gearteten Augenblicken gut klar kommen zu können, ist die Übung von Achtsamkeit sehr hilfreich.
Gerade die Situationen, in denen man automatisch reagiert, zum Beispiel mit Wut auf Kritik, sind die, mit denen man sich am wenigsten gut tut. Wenn mein Chef mich kritisiert und ich ihn wutentbrannt anstarre, ist das nicht sehr geschickt von mir.
Mit Achtsamkeit kann ich mehr Details als mit meiner ersten reflexartigen Einschätzung der Situation wahrnehmen. Zum Beispiel, dass mein Chef einen schlechten Tag hat oder ich wirklich etwas Unerwünschtes gemacht habe. Mit dem Training der Achtsamkeit nehme ich im Laufe der Tage und Monate mehr Möglichkeiten wahr und kann geschickter handeln. Ich kann so handeln, wie es hilfreich und für mich gut ist – im Gegensatz zu automatischen Reaktionen, die oft kritisch, verletzend und im Nachhinein ungewollt sind.
Wie kann ich Achtsamkeit trainieren?
Eigenbeobachtung
Achtsamkeit zu trainieren bedeutet, die Rolle des Beobachters zu üben und zu kultivieren. Das bedeutet, dass ich in Situationen von Angst oder Wut erstmal überhaupt in den Moment komme und bemerke: “Jetzt bin ich gerade ängstlich.” oder “Jetzt bin ich gerade wütend.” Und das einfach mal wahrnehme ohne es gleich wieder abzuwerten, zu kritisieren oder zu bekämpfen. Das ist vor allem schwer, wenn man es gewohnt ist, alles und jeden schnell zu bewerten. Das machen viele so, ist aber – wie ihr sicher schon selbst bemerkt habt – überhaupt nicht hilfreich.
Hilfreich dabei, in den Moment zu kommen, kann sein, dass ich mich frage: “Wie fühle ich mich gerade?” Oder: “Was denke ich gerade?” bzw. “Was passiert gerade in dieser Situation, sowohl innen als auch außen?”
Wenn ich dies öfter tue – auch in Momenten, in denen ich entspannt bin – erhöht sich die Chance, dass ich in einer zukünftigen ähnlichen Situation nicht wieder automatisch / “ungünstig” reagiere, sondern mich erinnere und so bewusster (= anders) handele.
Wahrnehmen der Vielfalt des Moments
Eine andere Möglichkeit den eigenen Beobachter zu trainieren ist, dass ich – z.B. wenn ich allein bin und ich mit keiner mir unangenehmen Situation zurecht kommen muss – den gegenwärtigen Moment bewusst wahrnehme, das heißt einfach nur zu beobachten, was gerade um mich herum passiert, wo ich bin, wie die Umgebung um mich herum aussieht – bevor der Verstand daraus Bewertungen macht. Genau in diesen Augenblicken bin ich achtsam und ganz im Hier und Jetzt. So gewinne ich Abstand zu den Reizen, die auf mich einströmen, und verlängere die Zeit bis ich darauf reagiere.
Beobachtung von Interaktionen, an denen ich unbeteiligt bin
Außerdem ist es möglich achtsamer dadurch zu werden, indem ich meine Mitmenschen, deren Verhalten und die darauf folgenden Auswirkungen beobachte und daraus lerne. So bekomme ich ein Gefühl für wiederkehrende Muster und kann so hinterfragen, ob ich vielleicht selbst diese Muster aufweise, und kann dadurch wachsen und mich weiterentwickeln.
Ich habe zum Beispiel für mich das Muster beobachtet: Verurteilt werden – mit einem Gegenangriff / einer Rechtfertigung reagieren – sich verletzt fühlen und mit einer weiteren Attacke kontern – Abbruch der Kommunikation. So will ich immer sensibler und vorsichtiger mit Bewertungen umgehen, um eben solche Reaktionsketten zu vermeiden, da sie nicht nur unnötig sondern hinderlich sind.
Achtsamkeit ist ein großes und weitreichendes Thema, welches in diesem Artikel nicht umfassend beschrieben werden kann. Wir wollten euch jedoch schon mal einen ersten Einblick geben, da wir in der Beschäftigung mit dem Thema unheimliches Potenzial sehen, unser Leben bewusster zu genießen und damit glücklicher zu sein.
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